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Why God never received a PhD

  1. He had only one major publication.
  2. It was in Hebrew.
  3. It had no references.
  4. It wasn’t published in a refereed journal.
  5. Some even doubt he wrote it by himself.
  6. It may be true that he created the world, but what has he done since then?
  7. His cooperative efforts have been quite limited.
  8. The scientific community has had a hard time replicating his results.
  9. He never applied to the ethics board for permission to use human subjects.
  10. When one experiment went awry he tried to cover it by drowning his subjects.
  11. When subjects didn’t behave as predicted, he deleted them from the sample.
  12. He rarely came to class, just told students to read the book.
  13. Some say he had his son teach the class.
  14. He expelled his first two students for learning.
  15. Although there were only 10 requirements, most of his students failed his tests.
  16. His office hours were infrequent and usually held on a mountain top.
  17. No record of working well with colleagues.

Und wem das nicht reicht. Hier noch Argumente, warum er vielleicht doch einen Doktortitel hat und auch welche, warum ihm die Kriterien der Gartenzwerge vielleicht einfach schnurzpiepe sind.

Klingt lustig, bringt die Sache aber auf den Punkt: Bewerten lässt sich nur, was sich vergleichen, was sich messen lässt, wofür es einen Massstab gibt, was sich erfassen und beherrschen lässt. Das Grosse aber ist immer einmalig. Folgt nicht einem Gesetz oder einer Regel, sondern erschafft sich eigene. Entzieht sich jeder Kategorie. Und so ist alles, was in unserem Leben wesentlich ist, bedeutsam, weil es einmalig ist, unvergleichlich und unersetzlich. Jeder Sonnenaufgang, jeder Sonnenuntergang. Jeder Blick, jede Berührung, jeder Kuss, jedes Zittern und jeder Schmerz. Jedes Geschenk, jede Lüge, jedes Lächeln und jeder Verrat.

Nichts, was wirklich zählt, lässt sich zählen.
Alles andere aber ist Zeitverschwendung. Warten auf den Tod.

Gnade

Was für ein Weihnachtsfest! Die Königin von England vergibt Alan Turing doch noch sein Verbrechen – schwul gewesen zu sein.

Turing

Siehe 20Min

… noch Ende 2011 blockte das Justizministerium in London einen Vorstoß ab, Turings Verurteilung postum aufzuheben. Die Begründung: Er hätte schließlich gewusst, dass sein Tun zur damaligen Zeit strafbar gewesen sei.

So der Spiegel. Klar: Selber schuld! Aber immerhin: Wenn schon keine Gerechtigkeit, dann wenigstens Gnade. Wie schön. Der Spiegel weiter:

Die jetzige Entscheidung der Queen war laut Grayling erst die vierte Begnadigung durch einen Monarchen in Großbritannien seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Aha. Waren das auch Schwule, fragt man sich? Und hatte Grossbritannien in dieser ganzen Zeit nur 4 Schwule? Und wenn nicht, wer verzeiht dann den anderen und begnadigt sie? Und wie lange wird das bei denen dauern, die keine für das Königreich unersetzlichen Genies waren, sondern nur einfach schwul?

Wir hatten hier die Gnade und ihr Zugehören zu Gott bereits erwähnt. Nicht überflüssig deshalb vielleicht ein Passage aus der Bibel (Hebräer, 12/6 ff.):

6 Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er geißelt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, derer sie alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr ja unecht und keine Söhne!

Wieviel Trost doch Schwule (aber auch andere ungerecht Behandelte) in der Religion finden könnten, wenn sie nur wollten.

Das Leiden der Kreatur

Frank Fournier schoss das Foto der 13jährigen Omayra Sanchez, das um die Welt ging, im Jahr 1985. Mehr zur Geschichte des Fotos hier.

071029_blog.uncovering.org_omayra-sanchez

Das Mädchen ist am Sterben, rettungslos verloren. Und wir – wie auch der Photograph – dazu verdammt, das hinzunehmen, es mitzuerleiden. Hier geschieht also genau dasselbe wie jeden Tag, immer wieder. Genau so wie wir das Leiden selbst erleben und auch bei anderen kennen und erkennen. Anders ist hier nur, dass der Tod absehbar ist, greifbar, nahe, unerträglich nahe. Merkwürdig, nicht, wie alleine die Verkürzung der Dauer des Prozesses die Sache selbst fundamental verändert. Was an sich schon problematisch ist, die Theodizee, wird in der Verkürzung zu einem Skandalon. Wie kann irgendein Gott so etwas zulassen?

Uns bliebe einzig wegzusehen. Aber gerade das ändert nichts am Ablauf, nichts an unserem Wissen und unserer Verbundenheit mit Omayra, nichts am Skandal unserer Existenz, wenn Kinder so sterben müssen, nichts an unserer Verantwortung, und nichts an unserer Schuld. Denn auch dies bleibt ein Geheimnis: Dass wir zweifellos schuldig werden, obwohl wir nichts tun können. Vielleicht gar, weil wir nichts tun können. Alleine das Wissen um eine leidende Kreatur lässt uns Teil werden ihres Leidens. Dies denn dürfte wohl auch ein Grund sein, dass Diktaturen Folterungen und Hinrichtungen nicht selten öffentlich zelebrieren (besonders eindrücklich etwa bei Otto Dov Kulka, Landschaften der Metropole des Terrors, München 2013, 67 ff., aber auch in der von ihm zitierten Strafkolonie Franz Kafkas).

Und diese Schuld beschränkt sich nicht auf Menschen. Kürzlich etwa habe ich, nachts über Land fahrend, beinahe einen Fuchs überrollt, der offenbar kurz zuvor überfahren worden war, so dass seine Bauchhöhle geplatzt war und seine Eingeweide auf der Strasse vor ihm (und vor mir) lagen. Ich spürte seinen Schmerz auf meiner Haut. Und während ich diese keineswegs eingebildete, sondern tatsächliche, körperliche Empfindung auf der Haut und in meinem Bauch spürte, fragte ich mich, ob das krank oder ungesund, ob ich hypersensibel oder neurotisch sei. Doch wäre das wohl zu einfach, auch wenn ich natürlich zugebe, dass Kranken häufig scheint, sie seien gesund.