Category: Das Ärgernis

Autodafé als Protest gegen Bücherverbot

Auch lustig

Artist is Creating a Parthenon Made of 100,000 Banned Books: A Monument to Democracy & Intellectual Freedom

Die Künstlerin baut einen Parthenon aus 100’000 verbotenen Büchern. Die Bücher werden dabei natürlich zerstört. Die Künstlerin zerstört also mit ihrem Kunstwerk genau die Bücher, gegen deren Unterdrückung sie protestieren möchte. Leuchtet ein.

Ein wahrhaftiges Monument der Demokratie und geistigen Freiheit.

Gewaltbereitschaft

Heute gehört (SRF 4 News):

Gewaltbereitschaft sei auffällig oft bei jungen Männern zu finden. Aha. Diese Bereitschaft sei aber nicht nur auf den Islam zurückzuführen. Ach so!

Beim Waffengebrauch durch die Polizei wird dann aber selbstverständlich politisch korrekt gegendert, denn die männliche Gewaltbereitschaft wird natürlich von beiden Geschlechtern bekämpft (wobei natürlich die Polizistinnen zuerst erwähnt werden, schliesslich bilden sie ja auch das Gros der Einsatzkräfte). Die Polizeipersonen wenden entsprechend politisch korrekt Gewalt gegen die Mannspersonen an. Hallelujah!

Logik

Weil der seit Monaten bestehende Ausnahmezustand in Frankreich ganz offenbar den Anschlag in Nizza nicht verhindert konnte, hat man ihn jetzt um sechs Monate verlängert. Das leuchtet natürlich ein.

Europäisches Verständnis von Rechtsstaatlichkeit

So so, die EU ist verärgert. Ihr Parlaments-Präsident, der deutsche Martin Schulz, sei weiss vor Wut geworden, wie der Spiegel zu berichten weiss, nicht etwa wegen des Brexit, sondern wegen der Rücktritts-Ankündigung von Cameron:

Bis dahin war die Stimmung “bemüht ruhig”, berichteten Teilnehmer später. Doch was der britische Premier dann sagte, “ließ einigen den Kragen platzen”. Schulz etwa sei “weiß vor Wut gewesen” und habe seine Stimmung mit einem Schlag auf die Tischplatte betont. Der Grund: Cameron hatte soeben angekündigt, zurückzutreten – allerdings nicht sofort, sondern erst im Oktober. Die Verhandlungen über den Austritt aus der EU wolle er seinem Nachfolger überlassen.

Das Problem daran:

Die Entscheidung über den Beginn der Austrittsverhandlungen trifft London. Laut Artikel 50 der EU-Verträge muss ein Land, das aus der Union austreten will, die Gemeinschaft über diese Absicht informieren. Gabi Zimmer, Vorsitzende der Linksfraktion im Europaparlament, hat die EU-Kommission um Prüfung gebeten, ob das Referendum bereits als Auslöser der Austrittsverhandlungen gesehen werden könnte. Doch schon wenig später winkte ein Rechtsexperte der Kommission ab: Der Startschuss sei Sache des betroffenen Mitgliedslands, das Referendum selbst genüge nicht.

Die Rechtslage scheint indes nicht wirklich von Belang. Denn Schulz insistiert weiter und fordert (fordert!) einen Austrittsantrag bis in zwei Tagen. Ganz ähnlich wie die Einführung von Grenzkontrollen entgegen allen EU-Regeln, das Abkommen mit der Türkei entgegen allen internationalen Erlassen zum Flüchtlingsrecht, ist das Recht offenbar bedeutungslos, vorausgesetzt nur, derjenige, der sich nicht dran halten will, ist mächtig genug.

Und da fragen sich diese Leute tatsächlich, warum man sie nicht mag.

Fürsorgliche Verbote und Strafen

In was für einer wunderbaren Welt wir doch leben. Schau doch bloss! Jeder ist für alles verantwortlich. Jeder kümmert sich um jeden und achtet darauf, dass der bloss keine Dummheiten macht. Und wenn das ausnahmsweise einmal nicht gelten  soll, dann muss es deutlich gesagt und rechtlich geregelt werden. In New York etwa dürfen tatsächlich Barkeeper schwangeren Frauen keinen Alkohol verweigern, wenn sie danach verlangen, wie die New York Times berichtet.

Begründet wird dies, man höre und staune, mit den Menschenrechten! Auch Schwangere seien hätten nach dem Gesetz das Recht, Alkohol zu verlangen und zu konsumieren. Ihnen diesen zu verweigern, sei illegal. Die lokale Menschenrechtskommission weist zudem darauf hin, dass hier Sicherheit verwendet werde, um traditionelle Rollenmuster zu bekräftigen.

“While covered entities may attempt to justify certain categorical exclusions based on maternal or fetal safety, using safety as a pretext for discrimination or as a way to reinforce traditional gender norms or stereotypes is unlawful,”

Aber das ist natürlich nur in diesem erzliberalen, ohnehin sittenlosen New York vorstellbar. Wie der Link zur Befragung von Pro Publica zeigt, gilt der Konsum von Drogen durch Schwangere in mindestens 18 Bundesstaaten als Kindesmissbrauch, und ist in mind. 3 ein Verbrechen. Da können wir aber aufatmen.

Dekadenz

Im Heft 16/2016 vom 16. April 2016 des Spiegel findet sich ab S. 96 eine Geschichte über Moskau (Gold und Freiheit). Darin heisst es (S. 97):

Und während die kremlhörige Staatsduma gern per Gesetz sogar Unterwäschewerbung verbieten würde, besitzt Moskau noch immer die dekadentesten Nachtclubs östlich von Amsterdam. Das Golden Girls etwa oder das Caprice, wo Männer für Frauen strippen.

Wenn Frauen für Männer strippen, so ergibt sich wohl daraus, ist das normal, tun es Männer für Frauen ist es dekadent.

Gegenderte Tötungen

Der Tages-Anzeiger bringt eine Geschichte über eine Frau, die ihren Partner umbringt, mit 5 Schüssen. Es sei ein entschuldbarer Notwehrexzess gewesen, urteilt das Obergericht und spricht die Frau frei, weil sie Todesangst gehabt habe, “angesichts des 197 Zentimeter grossen und 115 Kilogramm schweren Muskelpakets”. “Die 35-Jährige habe sich psychisch in einem «Überlebensmodus» befunden.” (Ganz so, als befände man sich je in einem anderen Modus). Die Frau hatte ihre Schusswaffe zum Treffen mit ihrem 23 Jahre älteren Partner mitgebracht. Aus einem “unüberlegten Impuls, den sie nicht erklären könne”.

Nur kurz überlegt man, ob unter denselben Umständen ein Mann, der eine Frau mit 5 Schüssen tötet, jemals straffrei ausgehen könnte. Dann greift man sich an den Kopf wegen dieser absurden Idee.

Falsche Anschuldigung

Interessant aus europäischer Perspektive. Ein Fall von falscher Anschuldigung in den USA. Der Football-Spieler Brian Banks sass 5 Jahre unschuldig im Gefängnis. Hier der Auszug aus Wikikpedia:

In the summer of 2002, Banks was arrested and charged after classmate Wanetta Gibson falsely accused him of dragging her into a stairway at Polytechnic High School (Poly) and raping her. Faced with a possible 41 years to life sentence, he accepted a plea deal that included five years in prison, five years of probation, and registering as a sex offender. Wanetta Gibson and her mother Wanda Rhodes sued the Long Beach Unified School District, claiming the Poly campus was not a safe environment, and won a $1.5 million settlement.[18][19] In March 2011, Gibson contacted Banks on Facebook, met with him, and admitted that she had fabricated the story. Banks secretly recorded Gibson’s confession, but she refused to tell prosecutors that she had lied so she wouldn’t have to return the money she and her family had won in court. Nevertheless, with Gibson’s taped admission and help from Northern California Innocence Project attorneys, Los Angeles County prosecutors overturned Banks’ conviction on May 24, 2012.[19]

On April 12, 2013, the Long Beach Unified School District announced it was suing Wanetta Gibson for $2 million in an effort to recoup the $1.5 million she received, along with attorney’s fees and punitive damages.[20] On June 14, 2013, the school district won a $2.6 million judgment against Gibson, which includes the $750,000 settlement initially paid to her along with attorney’s fees, interest, and $1 million in punitive damages.[21]

Banks now serves as a spokesperson for the California Innocence Project and is working on a documentary about his story.[12]

Interessant, dass die Frau, die ihn mit einer Lüge der Vergewaltigung bezichtigt hatte, von der Mittelschule, an der sich der Vorfall ereignet haben soll, wegen deren mangelhafter Sicherheit sehr viel Geld erhalten hat. Auch wir kennen ja die Tendenz, dass bei einem Delikt immer noch viele andere verantwortlich sein sollen. Interessant aber auch, dass eine falsche Anschuldigung nicht strafbar ist.

Interessant auch die Liste von Fällen unschuldiger Verurteilter hier.

Kernelemente der westlichen Zivilisation

Die westliche Zivilisation wird ausgemacht durch

die lichte Lebenswelt, die quirlende Konsumwelt, die bunte Popwelt

so lernen wir von Frank Meyer im Blick.

Sei ehrlich, hättest Du die drei “Welten” als  “vordergründigste Erscheinungen unseres modernen Alltags” empfunden? Siehst Du! Und schon wieder etwas gelernt! Damit wird nun auch uns endlich klar, was die Terroristen so hassen. Zu dumm nur, dass sie uns dadurch wohl ein wenig sympathischer werden.

Verzicht

Das Obergericht Zürich hat im Fall Bonstetten den Täter zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der 61jährige Täter hatte seinen 5jährigen Sohn erst betäubt und dann erstickt, damit die Mutter ihn nicht nach Brasilien entführt; er hatte danach erfolglos versucht, auch sich selbst zu töten. Es verzichtet aber auf eine Verwahrung, berichten die Medien. Ach ja? Viel wichtiger aber: Hat es auch auf einen Regentanz verzichtet? Auf eine Schimpftirade? Ein Gebet, Sackhüpfen und eine Sylvester-Party?

Verwahrung als schwerste Strafe

Die schwerste Strafe des schweizerischen Strafrechts, so hören wir in den letzten Tagen verschiedentlich in allen Medien (namentlich auch in Tagesschau und Nachrichten von SRF), sei die “lebenslange” (recte: die nicht überprüfbare) Verwahrung. Um sie zu verhängen, brauche es aber zwei Psychiater, die eine lebenslange Untherapierbarkeit prognostizierten.

Ach so! Endlich verstehen wir! Die Verwahrung ist nicht etwa eine Massnahme, sondern eine Strafe. Sie, und nicht etwa die lebenslängliche Freiheitsstrafe, ist die schwerste Strafe, die wir verhängen können. Sie unterscheidet sich von anderen “Strafen” nicht etwa dadurch, dass sie nicht überprüfbar ist, sondern durch ihre lebenslange Dauer. Und zuständig sind die Psychiater. Mich schaudert.

Was für eine Welt, in der sich mit offensichtlich und nachweislich vollständigem Blödsinn Geld verdienen lässt. Newspeak bzw. Doublespeak hat das im letzten Jahrhundert geheissen.