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Prüfungen 2

So wie die Ausbildung an unseren Schulen aufgebaut ist (ja, auch an den Hochschulen), sind Prüfungen quasi die Orgasmen des Unterrichts. Und wie bei den meisten Orgasmen bleibt davon nicht viel, und kaum je trägt der Same Früchte.

Die Prüfungen oder das Absurde

In den Prüfungen soll man an alles denken; dabei gerät aber die Tatsache in Vergessenheit, dass man während der Prüfung gar keine Zeit hat, überhaupt nachzudenken.

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 Die Universität soll Gelegenheit bieten, nachzudenken und sich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen. Genau das Gegenteil findet während der Prüfungen statt. Man soll nicht zu allzu sehr nachdenken, sondern das wiedergeben, was man gehört hat.

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Nachgedacht? Schön blöd, jetzt hast du keine Zeit mehr, die Prüfung fertig zu schreiben.

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Schaut man die Prüfungen an, so unterscheidet sich die Universität überhaupt nicht von einer Fachhochschule. Technisch, gedächtnisorientiert, unkreativ, formell.

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 Die Prüfung ist ein Erwartungssystem. In ihr soll produziert werden, was der Professor erwartet und gerade nicht das, was erwartet werden könnte.

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 Eine offene Frage ist also eine Lüge. Es wird so getan, als ob die Antwort unterschiedlich ausfallen könnte. Täte sie es aber tatsächlich, so müsste der Professor Verantwortung übernehmen, denn die Bewertung wäre nicht mehr objektiv messbar.

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Bei der Prüfungskorrektur wird immer versucht, objektiv zu bewerten. Ein Punkt für A, ein Punkt für B, ein Punkt für C. In der Prüfung findet sich irgendetwas, doch liest man nicht dies, sondern sucht nach A, B und C.

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Oft wird die Prüfung nicht bewertet wegen dem, was darin  steht, sondern wegen dem, was nicht darin steht.

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 Durch Objektivität wird die Korrektur abstrakt und deshalb unmenschlich.

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 Der Objektivität und der Messbarkeit opfert man die Gerechtigkeit.

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 Prüfungsbewertung = messbar = objektiv = gerecht = unmenschlich = ungerecht

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Kluge Antwort und wirklich gut argumentiert. Dummerweise hat das Bundesgericht aber das Gegenteil vertreten. Also ist die Antwort leider falsch.

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Was prüft die Prüfung? Das Nachdenken kann es nicht sein, denn dafür braucht ja man Zeit.

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Prüfungen sollen Fähigkeiten prüfen… Die Fähigkeit, Prüfungen zu bestehen? Die Fähigkeit, sich erwartungsgemäss zu äussern? Dann prüft die Prüfung aber das Uninteressanteste überhaupt.

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Die Prüfung ist ein Spiel, dessen Regeln nur ein Spieler kennt, nämlich der Prüfer.

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 Eine Note ist ein Massnehmen. Dabei weiss niemand, was genau sie misst. Trotzdem bedeutet sie für viele Arbeitgebern ganz viel, denn sie misst ja irgendetwas.

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Die Vermessung der Welt ist schlimm, am schlimmsten ist aber die Vermessung des Menschen.

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Prüfung ist die autoritative Auferlegung der eigenen Meinung, das Aufgeben der Freiheit, selbständig zu denken.

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 Es scheint, dass Rechtsprüfungen gar nicht so gerecht sind.