Unsere Zeit

Erschreckend, nicht wahr, mit welcher Präzision bereits 1930 unsere gegenwärtige Situation beschrieben wird.

Nun, das ist ja alles natürlich ganz unwichtig, zumal in so ernsten Zeiten, da ringsum ein Scharren ist, als würden Stühle gerückt zur Tagung des Jüngsten Gerichts, da die Börse bebt, donnernd die Tresors und Hirne platzen und man sieht, dass nichts drinnen ist, die Gewissheiten Fragezeichen ausspeien und eine ungeheure Lebens-Angst alle Atmenden schüttelt.

Alfred Polgar: An den Rand geschrieben, Berlin 1930, 151.

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