Regel und Entscheidung

Ein erwachsener Mensch wird sich immer vorbehalten, eine Situation selbst zu beurteilen. Er wird gerade nicht – wie dies wohl ein Kind tun würde, das von der Verantwortung überwältigt und überrfordert wird – auf irgendeine Regel – wie immer sie geartet sein möge – rekurrieren, weil er weiss, dass die Frage, ob eine Regel auf einen konkreten Fall anzuwenden sei, sich gerade nicht aus der Regel ableiten lässt, dass sie sich eigentlich aus gar nichts ableiten lässt, ausser der eigenen Entscheidung. Keine Regel enthält eine Meta-Regel, die ihre eigene Anwendbarkeit definieren würde.

Das aber heisst nichts anderes, als dass wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen nicht los werden. Und weil wir für unsere Entscheidungen verantwortlich sind, hilft uns der Rekurs auf eine Regel nicht weiter. Obwohl wir uns nichts sehnlicher wünschten. als gerade dies.

Weil wir der Verantwortung, die wir fliehen, so gut es eben geht, nicht entkommen können, hilft uns die Regel nicht weiter, es sei denn als Legitimation gegenüber den Gartenzwergen, die vom Drama der Entscheidung nichts ahnen (oder nichts ahnen wollen).

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